Schuld daran ist Gerhard Lang. Der kleine Pfarrerssohn aus Maulbronn in Schwaben quälte seine Mutter ständig mit der Frage: “Mamaaaa, wann ist denn endlich Weihnachten??”. Um ihrem Sohn die Zeit bis Weihnachten zu verkürzen, zeichnete sie 24 Kästchen auf einen Karton und nähte auf jedes ein kleines “Wibele”, eine schwäbische Biskuitspezialität. Und jeden Tag durfte Gerhard ein Plätzchen davon essen.
1904 wurde der nun erwachsene Gerhard Teilhaber der lithografischen Anstalt Reichhold & Lang und ließ (natürlich) den ersten Adventskalender drucken. Anfang der 20er Jahre kamen dann Exemplare mit Türchen oder Fensterchen zum Öffnen auf den Markt. Die mit Schokolade werden seit den 50er Jahren hergestellt und inzwischen gibt es die abenteuerlichsten Füllungen.
Andere Adventskalender
Doch es gab noch andere Bräuche, die Kinder an das Wunder der Geburt Christi heranführten. Christliche Familien hängten in der Adventszeit 24 religiöse Bilder nach und nach an die Wand. Wenn das Geld knapp war, malten sie einfach 24 Kreidestriche an den Türpfosten: Jeden Tag durfte ein Kind einen davon abwischen. Ein weiterer Brauch war auch, täglich einen Strohhalm in die Weihnachtskrippe zu legen, damit das Jesuskind am Heiligen Abend ein weiches Bett hatte. Die Weihnachtskerze mit ihren 24 Markierungen ist auch ein Adventsbrauch: Ab dem
ersten Dezember brennt sie jeden Tag ein kleines Stückchen ab - bis zur Heiligen Nacht. Dann erhellt der letzte Kerzenrest die Weihnachtsstunden.
Und jetzt allen einen schönen zweiten Advent.
(Text von Tina, ursprünglich verfasst für die Kuechenzeilen und zu schade zum Weglöschen.)